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Ich will zurück nach Kiew und den Menschen helfen“

Kateryna Matvieieva und ihre Familie suchen Schutz vor den Luftangriffen in einem Kellerverschlag.
© privat

Von Bernhard Hampp – Redakteur der Schwäbischen Post AAlen vom 23.03.2022

Kateryna Matvieieva ist ruhig und gefasst. Sachlich schildert sie an diesen Mittwoch per Videokonferenz, was sie in ihrer ukrainischen Heimat erlebt. Sie berichtet auf Englisch vom ständigen Alarm, zu dem sich die Familie in den Keller zurückzieht. Von ihrer Flucht aus Kiew aufs westukrainische Land: Die Autos stadtauswärts stauen sich sogar auf der Gegenfahrbahn. Doch als sie erzählt, wie auf der Flucht zwei schwarze, russische Raketen in ihrer nächsten Nähe vorbeischwirrten, versagt ihr die Stimme.

In Friedenszeiten arbeitet die junge Frau als Programmiererin – wie rund 200 000 ihrer Landsleute. Ukrainische IT-Fachleute sind weltweit gefragt wegen ihrer guten Ausbildung und Zuverlässigkeit. Im Westen, wo IT-Experten schwer zu bekommen sind, greifen viele Firmen auf ihr Know-how zurück. Kateryna Matvieieva ist auch für zwei Aalener IT-Start-ups im Einsatz: Sandra Jörgs Messenger-Plattform Blackpin und Peter Fausels Tools4Vision GmbH, die Software für Tauchcenter und Tauchshops entwickelt. 

Für die Tools4Vision GmbH sind sonst sechs Programmiererinnen und Programmierer in Kiew tätig. Einer von ihnen, erzählt der Essinger Peter Fausel, arbeitet nun von Georgien aus. Dazu kommt Kateryna Matvieieva, die tut, was sie kann. „Aber wir stellen den Profit jetzt zurück, Moral ist wichtiger“, sagt Peter Fausel, der froh ist, dass ihn bislang keine Schreckensnachrichten von seinem Team erreicht haben. Bei Blackpin kommen von sieben Entwicklern zwei aus der Ukraine. „Außer Kateryna ist das Alex Toropov. Auch ihm ist gottseidank die Flucht in die Westukraine geglückt, wie wir erfahren haben“, sagt Sandra Jörg.

In den ersten Tagen des russischen Angriffskriegs war Kateryna Matvieieva wie gelähmt „Ich musste es erst begreifen.“ Dann raffte sie sich auf, half, wo sie konnte, bei der Versorgung von Krankenhäusern, Kindern, den ukrainischen Truppen. „Ich wollte in Kiew bleiben, aber mein Mann wollte weg, außerdem haben wir Kinder in der Verwandtschaft, für die es auf dem Land sicherer ist“, erzählt sie. Sobald sie kann, möchte sie aber wieder nach Kiew fahren, um dort gespendetes Material abzuliefern: Schusssichere Westen, Helme, Funkgeräte, aber auch Medikamente und Verbandsmaterial möchte sie mithilfe ihrer Aalener Kontakte beschaffen. Geldspenden sind ebenso willkommen wie Freiwillige, die Hilfsgüter zur polnischen Grenze transportieren. „Wenn wir als Start-ups schon nicht viel Geld haben, so können wir doch unser Netzwerk zur Verfügung stellen“, sagt Sandra Jörg. Zwei Pflegeheime in Schwäbisch Gmünd und eine Apotheke in Wasseralfingen haben bereits großzügig gespendet.

Kateryna Matvieievas Verwandte und Freunde sind bisher vom Schlimmsten verschont geblieben. Sie möchte alles dafür tun, dass es so bleibt. Für zehn Hunde in einem Tierheim außerhalb Kiews, wo Kateryna Matvieieva als Freiwillige tätig war, dürfte jede Hilfe zu spät kommen: „Keiner kann sich um sie kümmern, sie sind wahrscheinlich alle tot.“

Wer Kateryna Matvieieva in der Ukraine unterstützen möchte, kann Kontakt zum Start-up-Unternehmer Peter Fausel, E-Mail peter@divery.io, aufnehmen.

Kateryna Matvieieva und ihr Mann Roman Leshchenko halfen einige Monate vor dem Krieg als Freiwillige in einem Tierheim für Hunde mit – wegen des Krieges ist das Tierheim nun verlassen, die Hunde sind vermuitlich gestorben.
© privat

Die Ukrainierin Kateryna Matvieieva (rechts unten) arbeitet in Friedenszeiten als Programmiererin – auch für die Aalener Start-ups von Sandra Jörg und Peter Fausel (links unten). Nun versucht sie in ihrer vom Krieg heimgesuchten Heimat zu helfen, wo sie
© Bernhard Hampp

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